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Technische Tipps /F.A.Q.  zum VW Iltis

Hier versuche ich, die gängisten Probleme abzuhandeln. Es soll quasi als Ratgeber dienen, wenn im Problemfall eine schnelle Lösung gesucht wird oder auch Anleitung sein, um bekannte Schwachstellen anzugehen.

1. Kraftstoff - Mein Iltis verbraucht zuviel Sprit, riecht nach Benzin..

Das Erste was bei einem Iltis in der Werkstatt in die Tonne fliegt sind in den allermeisten Fällen die Treibstoffleitungen. Diese sind oft überaltert und porös, was ich auch auf den steigenden Alkoholgehalt und die Unverträglichkeit des Gummis schiebe.

Zuerst die alten Leitungen rechts im Motorraum von den Clipsen lösen und am Dampfblasenabscheider, Benzinfilter und Vergaser entfernen. Die beiden Schläuche (orig. blau und schwarz) laufen unter dem Luftfiltergehäuse an der Außenseite des Fußraumblechs in einem blechgeschützen Kanal Richtung Rahmen. Da moderne Schläuche durch die zusätzliche Gummilage außen etwas dicker sind, passen diese nicht mehr in die Halteclips. Es gibt aber Kabelbinder, die man an den werkseitig aufgeschweiißten T-Bolzen aufclipsen kann. So ist sichergestellt, dass die Leitungen nicht scheuern. Ggf. kann man auch gleich die beiden Schlauchstücke mit den aufgepressten Ringösen an der Pumpe erneuern. Die Teile sind alle vorrätig und bestellbar.

Weiterhin ist die Manschette, die Tankeinfüllstutzen und Tank verbindet, durch unsachgemäßen Einsatz von Hochdruckreinigern zerschossen, oder einfach des Alters wegen undicht. In diesem Bereich liegt auch die 20mm dicke Überlaufleitung, die durch den Radkasten zurück zum Tank läuft. Um letztere zu wechseln, muss man eigentlich die C-Schienen und Abdeckblech entfernen, mit etwas Geduld kann man aber auch den Schlauch durch den Wartungsdeckel der Blattfederbefestigung ersetzen.

2. Ventilspiel - Mein Iltis patscht in den Auspuff beim Abtouren im Schubbetrieb..

Eine Haupttodesursache für Iltismotoren ist der Ventilabriss, meist am 2. Zylinder. Schließen die Auslassventile nicht hundertprozentig gelangt unverbranntes Benzin in den Abgastrakt und entzündet sich dort. Weiterhin können die Ventile nicht mehr die volle Wärme an den Ventilsitz übertragen, werden zu heiß und reißen ab. Folge ist ein irreparabler Motorschaden. Daher alle 10.000km oder 1x im Jahr das Ventilspiel kontrollieren und nötigenfalls einstellen. Eine andere Schadensursache ist ein undichtes Auspuffsystem. Gerade am Krümmer und den Flammringen ist der Einsatz von Auspuffmontagepaste kein Pfusch, sondern unabdingbar beim Iltis!

Das eine einwandfrei eingestellte Zündung (Zündzeitpunkt -3° bis 0° vOT) Voraussetzung für jedwede Fehlersuche ist, versteht sich von selbst. Oft wird auch ein zu fettes Gemisch festgestellt, das daher rührt, dass Undichtigkeiten (Vergaserflansch, Ansaugkrümmer, Unterdurckschlauch) zuviel Falschluft ins System lassen, und anstelle die Ursache zu beheben wird einfach das abgemagerte Gemisch fälschlicherweise am Vergaser fetter gestellt.

Als Hilfe für Anfänger, hier zum Ausdrucken eine Arbeitserleichterung fürs Ventilspiel einstellen:

3. Turbodiesel - Warum ist der Selbstzünder-Iltis die schlechtere Wahl?

Als Mitte der 80er Jahre von der Bundeswehr ein Dieselmotor im Iltis gefordert wurde, produzierte VW in Belgien diese Variante mit einem der Großserie entnommenen, leicht modifiziertem 1,6l TD-Motor. Ein Dieselmotor lebt nun aber vom Drehmoment und hat einen, im Vergleich zum Benzinmotor, kleineren nutzbaren Drehzahlbereich. So ist der "Rote Bereich" schon bei 4600/1 erreicht, während der Benziner erst bei 6400/1 elektrisch eingebremst wird. Dadurch ergibt sich eine Maximalgeschwindigkeit von knapp über 95 km/h und eine erhebliche Lärmbelästigung. Nun haben aber gerade die Bw-Soldaten sicher kein Interesse gehabt, den Motor samt Öl schonend warmzufahren, sondern die Tachonadel wurde schon kurz nach dem Kasernentor Richtung dreistelliger Bereich getrieben. Folglich sind Motorschäden Gang und Gäbe. Das alles hätte vermieden werden können, hätte VW die Abstimmung des Getriebes an den Motor angepasst. Es wurde aber das Standard-Benzinergetriebe verbaut. Außerdem sind die Stückzahlen der produzierten TD-Iltis mit knapp 900 Stk. sehr gering, was teure Engpässe bei der Versorgung mit oft defekten, dieseltypischen Anbauteilen wie 24V Lichtmaschinen, Anlassern oder Turboladern entstehen läßt.

In den 90er Jahren gab es in Belgien Versuche mit dem sog. "Iltis-90", einer kampfwertgesteigerten Variante mit 1,9l Turbodieselmotor und 90PS Leistung. Ob dort die Getriebeabstimmung geändert wurde, ist nicht herauszufinden. Wir bieten Getriebe mit geänderter Übersetzung an, einige Spezialisten haben sehr gute Erfahrungen mit dem 1,9l und längerer Übersetzung (Getriebe + größere Reifen) gemacht. Man muss dann sinnvollerweise nach Motoren Ausschau halten, die noch ohne Wegfahrsperre und elektronisches Gaspedal ausgeliefert wurden.

4. Umrüstung auf 12V - Wer will am falschen Ende sparen

Gerade Iltisneulinge finden die Ersatzteilpreise für 24V Komponenten ungewöhnlich teuer und kommen auf den abenteuerlichen Gedanken, es müsse doch einfach möglich sein, den Iltis auf 12V umzurüsten - schleißlich gab es den ja auch in der Zivilversion mit dieser Ausstattung. Dabei müssen folgende Teile getauscht werden:

  • Zündanlage
  • Wischermotor
  • Wischwasserpumpe
  • Lüftermotoren
  • Heizungslüfter
  • Glühlampen
  • Tankanzeige
  • Tankgeber
  • Anlasser
  • Lichtmaschine
  • Hupe
  • Abschaltventil Vergaser
  • Blinkrelais
  • Schaltrelais

Diese Teile sind aber nur schwer zu bekommen. Also wird nur ein Spannungswandler für die Zündanlage eingebaut und eine x-beliebige Zündanlage aus einem VW "reingepfriemelt". Dabei wird allzuoft vergessen, dass bei einem Verteiler auch die Verstellbereiche für Fliehkraft- und Unterdruckverstellung für jeden Einsatzzweck und Motortyp passend abgestimmt sind. Wenn man sich nun die Vergleichslisten der VW Zündverteiler anschaut, findet man nur einen einzigen Verteiler, der die benötigten Spezifikationen für den 1,7l Iltismotor erfüllt. Eben den, der auch im Zivililtis verbaut wurde. Dieser wurde aber alternativ nur im Audi 4000 und 5000 (US-Export) verbaut - und ist gebraucht auf Schrottplätzen quasi nie zu finden!

Die anderen Teile kann man finden bei VW Polo 1 oder Kübelwagen Typ 181... aber auch diese haben ihren Preis. Auch in Bezug auf Preissteigerung eines klassischen Automobils ist mit Sicherheit ein unverbastelter Iltis im Originalzustand am positivsten zu beurteilen. Es spricht also genaugenommen nichts für eine 12V Umrüstung, zumal ja genügend gebrauchte 24V Originalteile verfügbar sind.